Blasenentzündung - Frauenaerztin Dr. med Zittier, Frauenarztpraxis Erkrath Hochdahl,

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Blasenentzündung

Prax.Leistung.

                 Die Blase

Die Harnblase ist ein Hohlorgan. Ihre Aufgabe ist es, den Urin zu sammeln und ihn in regelmäßigen Abständen aktiv und kontrolliert auszustoßen.


Die Blase eines Erwachsenen kann zwischen 300 und 500 ml Urin fassen. Wenn die Blase voll ist, wird dem Gehirn durch ein Signal mitgeteilt , dass es nötig ist, die Blase zu entleeren. Die Miktion ist normalerweise willkürlich und vollständig. Die Kontinenz, d.h. den Urin zu halten, ist nur durch eine gesunde und funktionstüchtige Blase gewährleistet.   Allerdings spielen auch andere Organe für ein korrektes Funktionieren der Blase eine Rolle:


- das zentrale Nervensystem, welches das Zusammen-ziehen der Blase und den Muskeltonus kontrolliert

- der Blasenschließmuskel oder Sphinkter, ein Muskel, der sozusagen als Verschluß dient, indem er die beginnende Harnröhre umschließt.


Verschiedene Krankheiten können die Blase befallen:


• die akute Blasenentzündung  oder Zystitis, welche die häufigste Infektion der Harnwege darstellt und oft Aus-löser für immer wiederkehrende Blasenentzün-dungen (rezidivierende Zystitiden) ist

• die chronische Blasenentzündung oder Zystitis

• die interstitielle Zystitis

• Blasentumoren

• die Harninkontinenz, von der aufgrund der anatomi-schen Verhältnisse Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

• Blasensteine

• die Enuresis nocturna  oder das Bettnässen in der Nacht

                   


Die akute Zystitis


Die akute bakterielle Blasenentzündung ist eine plötzlich auftretende Entzündung der Blasenschleimhaut hervor-gerufen durch Bakterien.


Ursachen


Meist handelt es sich um eine Harnwegsentzündung mit banalen Erregern, von denen die häufigsten sind:

Colibakterien, Enterokokken, Proteus mirabilis und Strepto-kokken. Diese Keime befinden sich auch im gesunden Zu-stand im Körper, vor allem im Darmbereich.


Vor allem Frauen sind von der akuten Blasenentzündung betroffen. Die weibliche Anatomie der unteren Harnwege erleichtert aufgrund der kurzen Harnröhre das Eindringen von Bakterien, die durch die Harnröhre in die Blase gelangen.


Weitere Gründe können sein:


- winzige Verletzungen hervorgerufen durch

      Geschlechtsverkehr

-  eine zu strenge Hygiene - durch Gebrauch von aggressi-ven Seifen  kann sich die normale Scheidenflora verändern

-  eine falsche Hygiene - der Intimbereich wird nicht von vorne nach    hinten, sondern vom After ausgehend zur Scheide hin gereinigt.    So können Darmbakterien in die Harnröhre gelangen.


Die akute Blasenentzündung tritt in der Regel ganz plötzlich auf. Häufiger Harndrang, starkes Brennen  und Schmerzen beim Wasserlassen sind typische Zeichen. Die Urinmenge ist gering und der Urin kann trübe bis blutig und stark riechend sein.


Bei der körperlichen Untersuchung ist der Druck auf die Blase oft mit Schmerzen verbunden.


Bei der einfachen Blasenentzündung steigt weder die Tem-peratur,  noch schmerzen die Nierenlager im Lendenbereich. Sind diese Symptome aber vorhanden, handelt es sich meist um eine Nierenbeckenentzündung.


Untersuchungen:


Urinuntersuchungen dienen dazu, festzustellen, ob weiße und rote Blutkörperchen im Urin zu finden sind. Außerdem ist es sinnvoll, vor allem bei häufigen Entzündungen, den Erreger zu bestimmen, um eine gezielte und testgerechte Behandlung vornehmen zu können.


Eine weiterführende Diagnostik – wie Röntgen, Ultraschall oder Blasenspiegelung – wird selten bei einer einfachen Zystitis durchgeführt.


Behandlung:


Einfache Maßnahmen können ein Abheilen der Blasenent-zündung beschleunigen und Rezidive verhindern:

-  Blasentee

-  viel Wasser trinken  (1,5 – 2 Liter pro Tag)

- bei Harndrang nicht einhalten, sondern sofort zur Toilette

-  nach dem Geschlechtsverkehr urinieren, um

   eventuell eingedrungene Bakterien zu

   eliminieren

-  eine korrekte Reinigung des Afters nach dem

   Stuhlgang

- Verstopfung vermeiden

- Antibiotika


Mit einem Breitbandantibiotikum kann innerhalb von wenigen Stunden die Blasenentzündung wirksam behandelt werden, manchmal dauert es 1-2 Tage. Die Behandlungsdauer wurde in vielen wissenschaftlichen Studien untersucht. Diese Studien haben gezeigt, dass eine Kurzbehandlung (3 Tage) oder gar eine Einmaldosierung bei einer nicht komplizierten Zystitis in der Mehrheit der Fälle ausreichen.




   Die rezidivierende Blasenentzündung


Man spricht von einer rezidivierenden Blasenentzündung, wenn mehr als 2-3 Infekte im Jahr auftreten. Der Arzt wird nun versuchen, Ursachen für die ständig wiederkehrenden Harnwegsinfekte zu finden, die sein können:

- anatomische Mißbildungen (Harnröhrenstenose)

- begleitende  Erkrankung    (Blasentumoren, Steinleiden, neurogen bedingte Blasenentleerungsstörung), vaginale Infekte


Untersuchungen:

- Ultraschalluntersuchungen des Harntraktes

- Blasenspiegelung

- Röntgenologische Darstellung der Harnwege

- Urodynamik


Doch in den meisten Fällen liegen keine organischen Gründe vor und die Untersuchungsergebnisse sind ohne auffälligen Befund.


Behandlung:

Das Hauptproblem bei den wiederkehrenden Blasenentzün-dungen besteht –sofern organische Ursachen ausgeschlos-sen sind -  in der Verhütung weiterer Infekte. Bewährt habe sich folgende Methoden:


- Einmaldosis eines Antibiotikums nach dem

 Geschlechtsverkehr, wenn dies der Auslöser für die  

 Entzündungen ist

- Dauerbehandlung mit Antibiotika in niedriger  

 Dosierung

- Blaseninstillation mit Silbernitrat, siehe beiliegendes  

 Protokoll


Selbst bei chronischen Infekten kann es durch das Einbrin-gen einer Silbernitratlösung in die Blase gelingen, die ständige Einnahme von Antibiotika zu vermindern oder gar unnötig zu machen. Voraussetzung ist allerdings, eine vaginale Infektion mitzubehandeln und eventuell auch beim Partner eine Prostatitis auszuschließen.

     









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